Wattenscheid als "Wetterscheide"? PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Niko   
Dienstag, den 07. Juli 2009 um 10:48 Uhr
Der Ortsname Wattenscheid wird vom Wort „Wasserscheide” hergeleitet. Kann man auch von „Wetterscheide” sprechen”? Denn während beim Unwetter am Wochenende ringsherum „Land unter” herrschte, kam Wattenscheid recht glimpflich davon – und das nicht zum ersten Mal.

Die WAZ fragte den Meteorologen Andreas Neuen vom Bochumer Wetterdienst Meteomedia, ob für WAT besondere Bedingungen vorliegen.

Ist es nur ein subjektives Empfinden, dass Wattenscheid von schweren Unwettern verschont bleibt?

Neuen: Mit Sicherheit, denn es gibt keine objektiv nachvollziehbaren Daten, die bestätigen, dass hier weniger los ist. Wattenscheid wird von Unwettern statistisch betrachtet genauso oft getroffen wie das Umland. Es handelt sich also um einen Zufall, wenn sich Gewitter hier nicht so ex-trem austoben.

Wattenscheids Lage weist also in meteorologischer Hinsicht keine Besonderheiten auf?

Überhaupt nicht. Natürlich gibt es Orte, an denen Wetterextreme viel häufiger vorkommen. Zum Beispiel dort, wo ausgepägte Berge, Hügel oder Täler vorherrschen.

Können Sie dafür Beispiele nennen?

Solche Besonderheiten gibt es unter anderem Richtung Ruhrtal in Stiepel oder Blankenstein; dort fallen im Jahr rund 1000 Liter Regen pro Quadratmeter. Oder im Hattinger Süden Richtung Wuppertal, wo schon 1200 Liter gemessen werden. In Wattenscheid sind es dagegen nur 750 bis 800 Liter. Natürliche Erhebungen wie in Höntrop im Bereich Eiberg sind nicht ausgeprägt genug, um Einfluss auf die Unwetterbildung zu haben.

 

Quelle: WAZ Wattenscheid, 06.07.2009

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 07. Juli 2009 um 12:11 Uhr
 

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