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Wattenscheid.
Der Heilige Martin wäre zwar schon über 1500 Jahre alt, doch auch im hohen Alter muss man sich ja manchmal der Moderne anpassen: Unter dem Motto „Traditionen pflegen - neue Wege gehen“ plant das Familienzentrum SPEM an der Emilstraße diesmal einige Reformen zum St. Martinsfest. Trotzdem hofft Einrichtungsleiterin Doris Salewski auf die gewohnt positive Resonanz der vielen Besucher.
„In den inzwischen über dreißig Jahren des Umzuges haben wir die Nachbarn immer abgeholt.
Jetzt wäre es schön, wenn die Leute zu uns kommen“, lädt die Sozialpädagogin dazu ein, sich am 11. November um 17.30 Uhr vor dem Familienzentrum zu treffen. „Denn wir werden einen neuen, kürzeren Weg zum Martinsfeuer auf dem Mariannenplatz gehen. Der bislang genutzte Feldweg ist einfach zu unsicher geworden, und sowohl für die kleinen Kinder, als auch für die Erwachsenen mit Kinderwagen ein Risiko.“
Und der Gang zur Sammelstelle soll sich lohnen, nicht nur der Weg ist nämlich neu: „In Anlehnung an die Adventsfenster in anderen Gemeinden, die mich persönlich immer unheimlich berühren und mir einen Impuls geben, werden wir ein von den Kindern gestaltetes Martinsfenster feierlich erleuchten, dazu wird die Legende nacherzählt.“
Danach geht es dann zu den Klängen der Jagdhornbläsergruppe Wattenscheid gemeinsam los, die Geschichte des wohltätigen Reiters bleibt dabei natürlich weiterhin im Mittelpunkt. Gerade für den Kindergarten betont Doris Salewski die pädagogisch-soziale Bedeutung. „St. Martin ist für uns nach wie vor der wichtigste Heilige. Er ist den Kindern ein Vorbild und demonstriert wie kein zweiter, wie es im Leben gehen sollte.“
Er wird in diesem Jahr allerdings den Zug nicht hoch zu Ross anführen, die Einrichtung legt auch hierbei einen anderen Schwerpunkt. Nachdem der Tross mit seinen Laternen am Martinsfeuer angekommen ist, steht das Schattenspiel der kleinen Akteure aus dem Hort auf dem Programm. Weniger modern, sondern ganz geschichtsbewusst wollen sie den Stoff rund um Bettler, St. Martin und Umhang aufführen.
Wie gewohnt trägt wieder die Freiwillige Feuerwehr aus Höntrop mit einem Strahler zum
Gelingen des Stücks bei, die Floriansjünger werden aber ebenso zur Sicherheit ein
Auge auf das Feuer richten.
Ganz im Sinne des Patrons erklärt Doris Salewski den guten Zweck, der außerdem mit der kleinen Brauchtumsfeier einhergeht: „Die Erlöse aus dem Verkauf von Glühwein, Tee, Brezeln und Würstchen spenden wir an die Patenschaften der SPEM für Kinder in Haiti und Indonesien. So können wir uns insgesamt auf einen neuen, und dennoch traditionell-bewussten Auftakt der besinnlichen Zeit 2011 freuen.“
Quelle: WAZ Wattenscheid, 20.10.2011, Christopher Becker |