| Werbung mit Teilerfolg |
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| Geschrieben von: Niko |
| Montag, den 05. Juli 2010 um 17:12 Uhr |
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Wattenscheid. Mit einem großen Aktionstag wollte die Freiwillige Feuerwehr für sich werben, aber die Publikums-Resonanz fiel der Hitze zum Opfer. ![]() Lediglich rund 50 Besucher fanden am Samstag den Weg zur Merian-Gesamtschule. Auf deren Pausenhof präsentierten sich die fünf Löschzüge der Hellwegstadt mit Fahrzeugen und verschiedenen Aktivitäten. Die 16-jährige Kübra Önal war mit ihrer Freundin da und hat bei einer Atemschutzübung mitgemacht. „Das hat schon Spaß gemacht, aber ich denke mal nicht, dass Feuerwehr ‘was für mich ist.“ „Wir haben auch nicht damit gerechnet, dass hier und heute gleich Aufnahmeanträge unterschrieben werden“, sagen Dezernentin Diane Jägers und Simon Heußen, in der Feuerwehrdirektion zuständig für den Wattenscheider Abschnitt,„aber es ist einfach zu heiß und wer heute Interesse verspürt hat, muss ja erst noch mit seinen Freunden klären, ob Feuerwehr auch cool ist“. Für die Löschzüge bleibt die Frage des Nachwuchses ein heißes Thema. 370 Frauen und Männer sind in ganz Bochum in den Freiwilligen Wehren aktiv, vor etwa 20 Jahren waren es noch rund 600. Für Wattenscheid lauten die aktuellen Zahlen: 153 Mitglieder, davon vier Frauen plus 19 Jugendliche (darunter zwei Mädchen) in der Jugendfeuerwehr, die in Günnigfeld stationiert ist. Heußen bringt es auf den Punkt: „Der Rückgang kann in zwei, drei Jahren für einzelne Löscheinheiten durchaus kritisch werden. 20 Leute braucht eine Einheit als Einsatzstärke, sonst wird die Belastung der Einzelnen zu groß.“ Stadträtin Jägers möchte darüber eigentlich gar nicht nachdenken, weiß aber sehr wohl um die demoskopische Entwicklung: „Wir müssen uns positionieren. In Zukunft werden alle Vereine oder Institutionen um die immer weniger werdenden Jugendlichen verstärkt werben.“ Aber Feuerwehr sei eben mehr als reine Gefahrenabwehr, nämlich eine vernünftige Freizeitgestaltung und vor allem eine ehrenvolle Aufgabe. Angesprochen auf Stützpunkte und Ausstattung der Löscheinheiten in der Alten Freiheit, verweist DezernentinJägers auf den maroden Haushalt. „Wir können nur auf niedrigem Niveau für Verbesserung sorgen.“ Aber was die Ausrüstung und die Fahrzeuge angehe, da sei nachgesteuert worden, „wir sind auf einem guten Weg.“ Die Löscheinheiten Eppendorf und Höntrop bekämen ein neues Quartier. Weiteres wird im Brandschutzbedarfsplan geregelt, der im Herbst der Politik präsentiert werden soll. Bei der Feuerwehr zu sein, hat in einigen Ortsteilen Tradition. In Günnigfeld gilt das für die Familie Appelhoff schon in fünfter Generation. Sein Sohn Jan habe gerade die Prüfung bestanden, berichtet Löschzugführer Karl Appelhoff. Auf der Wattenscheider Heide ist der Name Flucks seit drei Generationen ein fester Begriff. „Vorbelastet“ durch Vater und Onkel ist auch Janine Schulz. Die 17-Jährige hat gerade ihren Aufnahmeantrag unterschrieben, „weil es interessant ist und man sich aufeinander verlasen kann“, betont sie vor allem den Zusammenhalt des Teams von Klaus Echternach. Der schildert die weitere Ausbildung von Janine: „ Erst kommt die amtsärztliche Untersuchung. Mit achtzehn Jahren ist sie dann Feuerwehrfrau-Anwärterin. In den nächsten anderthalb Jahren folgen verschiedene Module wie Atemschutz, Leitern und Erste Hilfe. Eine Sportprüfung gibt es bei uns nicht.“ Janine ist technisch interessiert und kann sich durchaus vorstellen, bei der Berufswehr zu arbeiten. Womit sie zwar nicht den Mangel komplett kompensieren kann, aber zumindest steigert sie die geringe Frauenquote.
Quelle: WAZ Wattenscheid, 04.07.2010, Rolf Schulte |
| Zuletzt aktualisiert am Montag, den 05. Juli 2010 um 17:41 Uhr |
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