Tradition auf neuen Wegen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Niko   
Montag, den 07. November 2011 um 12:14 Uhr

Wattenscheid. Der Heilige Martin wäre zwar schon über 1500 Jahre
alt, doch auch im hohen Alter muss man sich ja manchmal der Moderne anpassen:
Unter dem Motto „Traditionen pflegen - neue Wege gehen“ plant das
Familienzentrum SPEM an der Emilstraße diesmal einige Reformen zum St.
Martinsfest. Trotzdem hofft Einrichtungsleiterin Doris Salewski auf die gewohnt
positive Resonanz der vielen Besucher.


„In den inzwischen über dreißig Jahren des Umzuges haben wir die Nachbarn
immer abgeholt. Jetzt wäre es schön, wenn die Leute zu uns kommen“, lädt die
Sozialpädagogin dazu ein, sich am 11. November um 17.30 Uhr vor dem
Familienzentrum zu treffen. „Denn wir werden einen neuen, kürzeren Weg zum
Martinsfeuer auf dem Mariannenplatz gehen. Der bislang genutzte Feldweg ist
einfach zu unsicher geworden, und sowohl für die kleinen Kinder, als auch für
die Erwachsenen mit Kinderwagen ein Risiko.“



Und der Gang zur Sammelstelle soll sich lohnen, nicht nur der Weg ist
nämlich neu: „In Anlehnung an die Adventsfenster in anderen Gemeinden, die mich
persönlich immer unheimlich berühren und mir einen Impuls geben, werden wir ein
von den Kindern gestaltetes Martinsfenster feierlich erleuchten, dazu wird die
Legende nacherzählt.“



Danach geht es dann zu den Klängen der Jagdhornbläsergruppe Wattenscheid
gemeinsam los, die Geschichte des wohltätigen Reiters bleibt dabei natürlich
weiterhin im Mittelpunkt. Gerade für den Kindergarten betont Doris Salewski die
pädagogisch-soziale Bedeutung. „St. Martin ist für uns nach wie vor der
wichtigste Heilige. Er ist den Kindern ein Vorbild und demonstriert wie kein
zweiter, wie es im Leben gehen sollte.“



Er wird in diesem Jahr allerdings den Zug nicht hoch zu Ross anführen, die
Einrichtung legt auch hierbei einen anderen Schwerpunkt. Nachdem der Tross mit
seinen Laternen am Martinsfeuer angekommen ist, steht das Schattenspiel der
kleinen Akteure aus dem Hort auf dem Programm. Weniger modern, sondern ganz
geschichtsbewusst wollen sie den Stoff rund um Bettler, St. Martin und Umhang
aufführen.



Wie gewohnt trägt wieder die Freiwillige Feuerwehr aus
Höntrop mit einem Strahler zum Gelingen des Stücks bei, die Floriansjünger
werden aber ebenso zur Sicherheit ein Auge auf das Feuer richten.



Ganz im Sinne des Patrons erklärt Doris Salewski den guten Zweck, der außerdem
mit der kleinen Brauchtumsfeier einhergeht: „Die Erlöse aus dem Verkauf von
Glühwein, Tee, Brezeln und Würstchen spenden wir an die Patenschaften der SPEM
für Kinder in Haiti und Indonesien. So können wir uns insgesamt auf einen
neuen, und dennoch traditionell-bewussten Auftakt der besinnlichen Zeit 2011
freuen.“

Quelle: WAZ Wattenscheid, 20.10.2011, Christopher Becker

 

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